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klassisches Volumentraining

So 13. Jan 2008, 13:43

Trainingsprinzipien – Volumentraining

Trainingsprinzipien gibt es mittlerweile sehr viele, doch das Volumentraining dürfte das wohl älteste und bekannteste sein. Der Grundgedanke des Volumentrainings ist es, einen Wachstumsreiz durch eine Vielzahl von Trainingssätzen und verschiedenen Übungen hervorzurufen.

Wer das Krafttraining nicht zu einer Wissenschaft machen möchte, der ist mit dem Volumentraining, das schon zu Arnold Schwarzeneggers Zeiten großen Anklang fand, bestens bedient. Ehrlich gesagt, die Herren damals sahen doch nicht schlecht aus, oder?

Doch wie sieht ein solches Volumenprogramm nun genau aus? Anhand einer Muskelgruppe möchte ich dies kurz erläutern.

Muskelgruppe A

Übung 1

1. Satz Aufwärmen (ca 50 – 60 % des Übungsgewichtes) 15 – 20 Wiederholungen
2. Satz (erster Arbeitssatz) 8 – 12 Wdh
3. Satz (zweiter Arbeitssatz) 8 – 12 Wdh
4. Satz (dritter Arbeitssatz) 8 – 12 Wdh

Übung 2 und folgende

1. Satz (kein Aufwärmen mehr) 8 – 12 Wdh
2. Satz 8 – 12 Wdh
3. Satz 8 – 12 Wdh

Die Anzahl der Übungen und die Pausenlänge zwischen den Sätzen ist individuell abhängig von der zu trainierenden Muskelgruppe. Dies können je nach Athlet bis zu 5 oder 6 verschiedene Übungen sein. Kleinere Muskelgruppen - wie beispielsweise Bizeps, Trizeps, Waden und Schultern - werden i.d.R. mit 3-5 unterschiedlichen Übungen trainiert, die großen Muskelgruppen Brust, Rücken und Beine hingegen auch gerne schon mal mit 5-10 (!). Arnold Schwarzenegger traktierte seine Bizeps beispielsweise mit 5 Übungen und 4 Sätzen. Ähnlich verhält es sich mit den Pausenlängen. Schwer ausgeführte Kniebeugen erforden üblicherweise längere Pausen, Waden- und Bauchübungen können mit kürzeren Unterbrechungen trainiert werden.

Um Abwechslung in ein solches Volumentraining zu bringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise ein auf- oder absteigendes Pyramidensystem, erzwungene Wiederholungen oder Supersätze, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ein großer Faktor ist die Person selbst, die das Training bestreitet. So unterschiedlich wir Menschen aussehen, so unterschiedlich sprechen wir auch auf verschiedene Übungen, Satzzahlen und Pausen an. Nur im Laufe der Zeit ist es dem Athleten möglich, sich selbst auf sein eigenes Trainingsprogramm einzustellen. Er wird herausfinden, was gut für Ihn ist und was Ihn näher an sein sportliches Ziel bringt.

©Yvarex

So 13. Jan 2008, 13:43

Re: klassisches Volumentraining

So 13. Jan 2008, 13:44

Der Aufbau eines möglichst breiten, muskelbepackten Körpers ist wohl der Wunsch der meisten Athleten, die mit dem Bodybuilding beginnen. Leider wissen aber die wenigsten, wie sie diesen Wunsch am effektivsten in die Realität umsetzen können. Aber auch die Trainer in den modernen Fitness-Studios sind nicht selten überfragt, wenn Sie mit dieser Zielsetzung um Hilfe gebeten werden, sind die meisten doch heute eher auf den Reha- und Wellnessbereich spezialisiert.

Aus diesem Grund hat finden Sie hier die besten Trainingstipps für den Aufbau von Muskelmasse zusammenzugefasst, um Ihnen im Stil einer Checkliste einen Leitfaden zum Erreichen Ihrer Ziele an die Hand zu geben.

Vergleicht man die Erschaffung des Traumkörpers mit dem Bau eines Hauses, so stellt das Training aber nur die Arbeit der Maurer dar. Doch was hilft der beste Maurer, wenn er kein Baumaterial oder nur das falsche zur Verfügung gestellt bekommt? Deshalb finden Sie in der Ernährungssektion von BamBam's Corner in einem weiteren Artikel ebenfalls die besten Tipps, wie Sie Ihre Ernährung abstimmen sollten. Beides zusammen ergibt eine kompakte, aber gleichzeitig umfassende Liste der besten Methoden, die Ihnen auf Ihrem Weg zum Traumkörper hilft, Sackgassen und Fehler zu vermeiden. So kommen Sie ohne Umwege an Ihr Ziel – eine massive Muskulatur.


1. Bauen Sie auf Grundübungen
Gerade Neulinge im Studio bekommen nur allzu oft den typischen Anfängerplan mit vielen Maschinen- und Isolationsübungen. Das kann natürlich durchaus Sinn machen, um ein grundlegendes Feeling für die Muskeln und das Training zu bekommen, oder auch nur ein wenig reinzuschnuppern. Diese Phase sollte aber nur ein paar Wochen dauern. Wenn Sie wirklich Wert auf die Entwicklung großer Muskeln legen, dann sind diese Übungen aber ungeeignet.

Der menschliche Körper besteht aus unzähligen Muskeln, großen wie kleinen. Sie können sich sicher vorstellen, daß man mit ein bis zwei Dutzend Isolationsübungen diese niemals alle einbeziehen kann. Deshalb sollte ein Trainingsplan überwiegend aus Grundübungen (bzw. Verbundübungen) bestehen, die viele Muskelgruppen einbeziehen und so einen maximalen Wachstumsreiz setzen. Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken, Nackendrücken, Klimmzüge und Dips sind es, um nur einige zu nennen, die den Körper der Champions in den Magazinen erzeugt haben, nicht Konzentrationscurls, Butterfly und Beinstrecker.
Natürlich sieht man in Trainingsvideos und Magazinen, daß die Bodybuilding-Elite auch Isolationsübungen im Programm hat. Sie sollten sich aber immer vor Augen führen, daß bei deren Leistungsstand oft nicht mehr die weitere Aufbau von Muskelmasse im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Detailentwicklung und Perfektionierung des vorhandenen Pakets.

Grundübungen haben aber natürlich einen entscheidenden Haken, weshalb sie bei vielen Trainierenden unbeliebt sind. Dadurch, daß sie so viele Muskelgruppen einbeziehen, sind sie deutlich anstrengender und intensiver, als es Isolationsübungen jemals sein können. Sie denken, Beinstrecken sei intensiv, weil sie danach den Oberschenkel so schön zum Brennen gebracht haben? Machen Sie einmal einen wirklich intensiven Satz Kniebeugen und Sie werden erst einmal 5 Minuten brauchen, bis Sie wieder halbwegs zu Atem gekommen sind.

Wenn Sie also an echten Muskeln interessiert sind, dann vergessen Sie die chromblitzenden Maschinen und schicken Übungen der Schicki-Micki-Studios und gehen zu den Übungen über, die schon den Champs vergangener und heutiger Tage wie Arnold Schwarzenegger oder Ronnie Coleman ihren Körper gebracht haben.

Re: klassisches Volumentraining

So 13. Jan 2008, 13:44

2. Trainieren Sie mit schweren Gewichten
Immer wieder hört man den Spruch, daß Bodybuilder zwar große Muskeln haben, aber nur wenig Kraft dahinter steckt. Ok, machen wir uns nichts vor, es gibt wirklich Athleten die es geschafft haben, erstaunlich große Muskeln aufzubauen und dabei doch recht wenig Kraft haben. Nur wäre es ein absoluter Trugschluss daraus zu folgern, daß man auch mit leichten Gewichten große Muskeln aufbauen kann.

Natürlich gibt es große Unterschiede zwischen den Bodybuildern hinsichtlich ihrer Kraftwerte. Hierfür können verschiedene Dinge verantwortlich sein, wie die Verteilung von langsam und schnell kontrahierenden Muskelfasern, die intramuskuläre Koordination, die Empfindlichkeit der Nervenbahnen oder auch einfach nur die Hebelverhältnisse durch unterschiedliche Proportionen. Diese waren aber auch vor Trainingsbeginn bereits vorhanden. Für sich genommen sind dennoch alle Athleten stärker geworden im Laufe ihres Trainingsjahre. Dies haben Sie aber nicht mit leichten Gewichten erreicht.

Es ist ganz einfach: Damit ein Muskel wächst, muß er kräftiger werden. Das können Sie durch die Steigerung der Trainingsgewichte oder durch das Einbauen von Intensitätstechniken bewirken. Stärker werden müssen Sie aber auch bei letzteren.
Verwechseln Sie Kraft aber nicht damit, daß Sie immer mehr Wiederholungen machen. Das hat nur bis zu einem gewissen Punkt Erfolg. In der Regel liegt dieser bei etwa 15, je nach Muskelgruppe vielleicht auch 20 Wiederholungen. Steigern Sie die Wiederholungen hingegen immer weiter, so führen Sie sich immer einen Vergleich zur Leichtathletik vor Augen: Je länger die Strecke ist, die ein Läufer zurücklegen muss, desto weniger Athletisch sind sie. Ein 100m Sprinter hat größere Muskeln als ein 800m- oder gar Langstreckenläufer. Im Bodybuilding bedeutet das, große Muskeln bekommen Sie nicht mit 20, 30 oder noch mehr Wiederholungen mit leichtem Gewicht, sondern nur mit schwerem im niedrigen bis mittleren Wiederholungsbereich.

3. Passen Sie Ihr Training an die Erholungsfähigkeit Ihres Körpers an
Fast jeder, der mit dem Bodybuilding beginnt und Blut geleckt hat, möchte seine Muskeln am liebsten täglich trainieren, um so dem Muskelaufbau noch mehr auf die Sprünge zu helfen. Ein Trugschluss, wie zwangsläufig fast jeder erkennt, der diesen Sport schon länger betreibt. Das einzige was Sie damit erreichen ist einen Zustand des Übertrainings, den wohl größten Feind des Muskelaufbaus überhaupt. Letzteres kann sogar dazu führen, daß Sie mehr Rück- als Fortschritte machen, denn eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein dauerhaftes Muskelwachstum ist neben intensivem Training auch eine anschließende ausreichende Erholung.

Die Dauer bis ein Muskel vollständig regeneriert ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie Trainingsintensität und Entwicklungsstand, aber auch von Dingen wie Schlafdauer, Ernährung und Anspannung außerhalb vom Sport, z.B. im Beruf. Als Faustregel kann man für Anfänger und mäßig Fortgeschrittene von 48 Stunden für kleine und 72 Stunden für große Muskelgruppen ausgehen. Entscheidenden Einfluss hierbei hat auch das Training bis zum Muskelversagen oder gar darüber hinaus. Beim Workout ohne Muskelversagen können große Muskelgruppen schon nach 2 Tagen wieder trainiert werden. Trainiert man hingegen mit vielen Intensitätstechniken, so kann der Körper auch mal 5 Tage oder länger benötigen.
Der zentrale Knackpunkt hierbei ist letztlich nicht die Erholung des Muskels an sich, sondern vielmehr die maximale Belastungskapazität des zentralen Nervensystems (ZNS). Je weiter Sie den Körper an den Rand des absoluten Muskelversagens trainieren, also den (theoretischen) Punkt, wo Sie ihn auch bei leichter Belastung gar nicht mehr kontrahieren können, desto länger benötigt Ihr ZNS, um sich von diesem Stress zu regenerieren. Entsprechend sind auch die Übertrainingssymptome die gleichen, die Sie in anderen Stresssituationen haben: Gereiztheit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gliederschmerzen, usw.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, daß Sie nur einen bestimmten maximalen Trainingsumfang pro Woche zur Verfügung haben. Auch mit fortschreitendem Entwicklungsstand wächst die Kapazität des ZNS nicht im gleichen Maß wie die Muskulatur. Deswegen nimmt die Trainingsfrequenz der einzelnen Muskelgruppen umgekehrt zur Muskelgröße immer weiter ab, da größere Muskeln eine höhere Intensität in der jeweiligen Trainingseinheit erfordern, um einen erneuten Wachstumsreiz zu erhalten. Ein Anfänger sollte also den jeweiligen Muskel öfters pro Woche trainieren, da er nicht die Intensität eines Fortgeschrittenen erreicht und sich kleinere Muskeln schneller erholen, während ein Fortgeschrittener längere Pausen benötigt und jeden Muskel vielleicht nur noch alle 4-7 Tage trainiert.

4. Halten Sie Ihre Trainingseinheiten kurz...
Sie glauben, um den Körper eines Champions zu entwickeln muss man täglich Stunden im Studio verbringen? Gut, wenn Sie gerne an der Theke sitzen, um nach dem Training noch etwas Konversation zu pflegen, dann mag das zutreffen. Stundenlanges Training ist für einen möglichst massiven Körper aber nur kontraproduktiv.

Ein weiser Mann hat einmal gesagt, daß man entweder intensiv oder lang trainieren kann. Genau letzteres ist aber ein Fehler, den man immer wieder beobachten kann. Da wird in gutem Glauben noch ein Satz mehr gemacht, weil man denkt auf diese Weise den Körper noch stärker zum Wachstum reizen zu können. Das Problem ist aber, daß man ein wirklich intensives Training nicht stundenlang betreiben kann, die Kraftreserven des Körpers werden vorher erschöpft sein, ähnlich wie bei einem Sprinter, der sein hohes Tempo nicht auf die Langstrecke ausdehnen kann.
Manch einer mag jetzt erwidern, daß er durchaus 2 Stunden lang intensiv trainieren kann. Glauben Sie mir, dann haben Sie noch nicht kennengelernt, was intensives Training wirklich bedeutet. Die Erfahrung zeigt, daß bei einem solchen nach 60-75min. die Luft raus ist und die Power stark abnimmt. In dieser Zeit sollten Sie folglich den größten Teil Ihres Krafttraining erledigt haben.

Wenn Sie also Ihr Training intensivieren möchten um noch bessere Fortschritte zu machen, so sollten Sie nicht versuchen immer mehr Sätze zu absolvieren, sondern lieber probieren bei gleichbleibender Satzzahl den Körper immer weiter an seine Grenze zu treiben oder sogar die Satzzahl zu verkürzen. Geeignete Mittel sind hierfür z.B. Drop-Sätze, Intensivwiederholungen, Vorermüdung oder auch negative Wiederholungen. Spätestens mit den Trainingstheorien von Mike Mentzer, der propagierte, daß man mit einem Satz einen Muskel mit einem optimalen Wachstumsreiz versehen kann, hat in dieser Hinsicht ein klarer Umdenkprozess im Bodybuilding stattgefunden.

Natürlich bedeutet das nicht, daß Sie den Körper eines Mr. Olympia in Einheiten von 30 Minuten Dauer aufbauen können. Alleine der realistische Blick auf einen solchen Champion sollte klar machen, daß solche Aussagen Unsinn sind. Es heißt aber auf der anderen Seite auch nicht, daß Sie hierfür Stunden um Stunden im Studio verbringen sollten.

Re: klassisches Volumentraining

So 13. Jan 2008, 13:45

5. ...aber nicht zu Lasten der Satzpausen
Zwar ist es für den Muskelaufbau unabdingbar, sein Training kurz und dabei möglichst intensiv zu gestalten. Das sollte aber nicht zu Lasten der Satzpausen gehen, so daß in diesen keine ausreichende Erholung der Muskulatur möglich ist.
Genausowenig wie Sie 2 Stunden lang wirklich intensiv trainieren können ist es andersrum möglich, daß Sie ein intensives Training mit Pausen von lediglich 30-45 Sekunden absolvieren können. Zwar werden Sie nach einer solchen Einheit ziemlich „fertig“ sein und das Gefühl haben, wirklich alles gegeben zu haben. Das Training spielt sich dann aber nicht mehr im hypertrophen Bereich ab, sondern sie absolvieren ein Herz-Kreislauf-Training im Stile des Zirkeltrainings, welches viele von Ihnen sicher noch aus Ihrer Schulzeit kennen.
Wie bereits weiter oben beschreiben, müssen Sie mit möglichst schweren Gewichten trainieren, um effektiv Muskelmasse aufbauen zu können. Wenn Sie aber dem Körper nicht ausreichend Zeit zwischen den Sätzen geben um die entstandene Milchsäure abzutransportieren und die Energiespeicher in der Muskulatur wieder aufzufüllen, so werden Sie das Gewicht für den Folgesatz drastisch reduzieren müssen. Ein wirklich intensives Training im mit dem Ziel eines optimalen Muskelaufbaus ist so aber nicht möglich.

Das bedeutet natürlich keineswegs, daß Sie zwischen den Sätzen ein Kaffekränzchen halten sollen. Zu lange Pausen bedeuten schließlich ebenso ein Absinken der Trainingsintensität. Pausieren Sie aber wenigstens so lange, bis Sie Ihre Kraft einigermaßen wiederbekommen haben und bei Atem sind. Für große Muskelgruppen wie den Quadrizeps können das auch 3-4 Minuten nach einem wirklich harten Satz sein, bei kleineren wie den Bizeps oder den Waden nur 1-2 Minuten. Es geht nicht darum einen Preis im Schnell-Training zu gewinnen, sondern darum, den Muskel effektiv mit größtmöglichen Gewichten zu fordern.

6. Periodisieren Sie Ihr Training
Auch wenn weiter oben empfohlen wurde, daß Sie nur dann große Muskelmasse aufbauen können wenn Sie mit schweren Gewichten trainieren, so bedeutet dies nicht gleichzeitig, daß Sie es immer tun sollten. Natürlich spielt hochintensives, schweres Training eine entscheidende Rolle, wenn Sie wachsen wollen, aber ständiges Training am Limit führt Sie nur in die Stagnation oder (schlimmer noch) ins Übertraining bzw. zu Verletzungen. Der Grund hierfür ist, daß der Körper sich an eine immer gleiche Belastungsweise gewöhnt. Ist diese Anpassung erst einmal vollzogen, dann wird man mit diesem Trainingstil nur noch geringe bzw. gar keine Fortschritte mehr erzielen. Außerdem wird bei einem solchen Training die Kräftigung des Sehnen- und Bänderapparats vernachlässigt, was auf Dauer zu Beeinträchtigungen in diesem Bereich führen kann.

Der Trick wie Sie das umgehen können, ist die Periodisierung Ihres Trainings. Darunter versteht man das Aufteilen in Zyklen unterschiedlicher Intensität und Wiederholungsbereiche. Hierbei arbeiten Sie an der Maximalkraft in den Bereichen von 3-6 Wiederholungen, teilweise sogar darunter, im Muskelaufbaubereich mit 8-12 Wiederholungen und darüber im Kraftausdauerbereich. Gerade letzterer ist es, der besonders wichtig für die Sehnen und Bänder ist.

Zusätzlich verbessert die Kraftausdauerphase die Pufferkapazität der Muskulatur gegenüber der beim Training anfallenden Milchsäure. In der Muskelaufbauphase werden möglichst hohe und gleichmäßige Belastungsreize gesetzt, ohne daß der nun besser gepufferte Muskel übersäuert und in der Maximalkraftphase wird das neugewonnene Muskelgewebe durch eine Verbesserung der nervlichen Verbindungen besser intramuskulär koordiniert.

Andere Periodisierungskonzepte, die die unterschiedlichen Wiederholungsbereich innerhalb eines Zyklus vereinen, erreichen die unterschiedlichen Belastungszonen mit Hilfe der Steuerung der Trainingsintensität durch das Gewicht. Hier trainieren Sie also in einigen Phasen mit positivem Muskelversagen oder darüber hinaus, während Sie in anderen ohne arbeiten.

Re: klassisches Volumentraining

So 13. Jan 2008, 13:45

7. Vergessen Sie die Trainingsprogramme der Profis
Wer kennt sie nicht, die Trainingspläne der Profis, die in vielen Bodybuilding-Zeitschriften immer wieder abgedruckt werden. Genau das ist aber auch der Haken – es sind eben Profi-Pläne, mit denen der entsprechende Wettkämpfer eine bestimmte Zielsetzung verfolgt. Nicht zuletzt deshalb stellt man bei ihrem Studium auch immer wieder fest, daß sie nur sehr selten nach dem gleichen Schema aufgebaut sind. Bodybuilding ist eben doch der vielleicht individuellste Sport auf der Welt und jeder Profi hat in jahrelangem Training für sich herausgefunden, welche Trainingprinzipien und Übungen, aber auch Ernährung für ihn die besten Erfolge bringt. Zudem steht für viele unter ihnen irgendwann weniger der weitere Muskelaufbau an erster Stelle, sondern vielmehr eine bessere Entwicklung einzelner Details.

Eines haben diese Profis aber alle gemeinsam. Sie haben Ihre Masse über den Zeitraum vieler Jahre aufgebaut. Die aktuellen Pläne können aber nur eine Momentaufnahme der Gegenwart darstellen. Diese also für ihren heutigen Leistungsstand verantwortlich zu machen, wäre dann wohl etwas weit hergeholt. Im Gegenteil, greift ein Anfänger oder leicht Fortgeschrittener zu diesen Plänen, so ist er in der Regel hoffnungslos überfordert. Im besten Fall bedeutet das, daß er auf der Stelle tritt, aber auch Rückschritte durch permanente Überlastung des zentralen Nervensystems können durchaus auftreten. Sie sind kein Profi, also versuchen Sie auch nicht wie einer zu trainieren.

Natürlich kann Ihnen aber das Studium dieser Programme viele neue Anregungen bringen, wie Sie Ihr eigenes Training verändern können, egal ob es nun neue Übungen, Intensitätstechniken oder Ernährungstipps sind. Interessant sind sie allemal, nur eben nicht 1:1 umsetzbar.

8. Achten Sie auf ausreichend Schlaf in der Nacht
Eine alte Bodybuilder-Weisheit besagt, daß die Muskeln nicht während des Trainings, sondern in den Pausen dazwischen wachsen. Es soll sogar schon Bodybuilder gegeben haben, die schwören konnten, ihre Muskeln im Schlaf wachsen zu hören.
Was sich im ersten Moment so anhört, als wäre das Training für Muskelwachstum eher zweitrangig, erweist sich aber bei näherer Betrachtung als Fehlinterpretation, denn natürlich wächst der Muskel nicht im Training. Im Gegenteil, dort wird er geradezu „zerstört“, um anschließend stärker wieder aufgebaut zu werden. Deswegen ist aber ohne diese „Beschädigung“ kein Muskelwachstum möglich.

Damit der Muskel aber entsprechend regenerieren kann benötigt er Ruhe. Stellen Sie sich vor, Sie würde in der Nacht alle 30min. von jemanden geweckt werden. Könnten Sie sich so ausschlafen? Sicher nicht. Genauso ergeht es Ihren Muskeln. Wenn Sie im Laufe des Tages immer wieder in irgendeiner Form belastet werden, so können Sie sich nie richtig erholen. In der Nacht aber sind sie über einen längeren Zeitraum entspannt und haben die ideale Gelegenheit zur Regeneration und zum Aufbau neuer Muskelzellen.

Der zweite Grund für einen ausreichenden Schlaf ist die Erholung Ihres zentralen Nervensystems. Nicht Ihre Muskeln sind es meist die dafür verantwortlich sind, wenn Sie sich müde und schlapp fühlen. Es ist vielmehr Ihr ZNS, das Ihnen Überlastungs- und Stress-Signale sendet. Das wirksamste Mittel dagegen ist ausreichender Schlaf, denn nur hier wird Ihr ZNS nicht durch äußere Einflüsse weiter belastet, sondern kann ebenfalls abschalten. So erhalten Sie Ihre Leistungsfähigkeit und schöpfen neue Reserven für die nächste Trainingseinheit.

9. Vielleicht am wichtigsten: Bleiben Sie dran
Wir leben in einer Zeit, in der jeder alles will und das möglichst schnell. In vielen Bereichen des Lebens mag es Abkürzungen geben, die einem helfen seine Ziele schneller zu erreichen. Im Bodybuilding ist das aber leider nicht der Fall. Sie können lediglich Ihr Training und die Ernährung optimieren, damit sie keine Zeit auf dem Weg verschwenden. Zu diesem Zweck finden Sie mit den 20 Punkten aus dem ersten und zweiten Teil dieses Artikels eine ideale Basis. Anschließend müssen Sie aber dem Körper ausreichend Zeit zum Wachstum geben. Sie können den Körper letztlich nicht zwingen schneller zu wachsen, sondern lediglich die Voraussetzungen schaffen, damit Sie am meisten aus der Wachstumsphase rausholen.

Jeder kann seinen Traumkörper erreichen, vielleicht einmal von dem des extremen Wettkampfbodybuilders abgesehen, aber dafür benötigt man Disziplin und Ausdauervermögen. Im Bodybuilding ist ein Jahr nicht viel. Viele, die am Anfang voller Elan an das Projekt Muskelaufbau gehen, sind nach einigen Monaten enttäuscht, weil die Fortschritte immer kleiner werden oder sie manchmal ein Plateau erreichen. Lassen Sie sich gesagt sein, daß selbst die größten Champions diese Phasen immer wieder durchgemacht haben. Genau das zeichnet einen Champ aber eben unter anderem aus, daß er sich auch in Zeiten, in denen er keine Lust hat weil er auf der Stelle tritt, immer wieder im Training fordert und seinen inneren Schweinehund überwindet, um weiter auf sein Ziel hinzuarbeiten.

Manch einer mag jetzt entgegnen, daß im extremen Wettkampfbodybuilding auch noch andere Dinge als Beharrlichkeit und Disziplin eine Rolle spielen und hat damit sicher nicht ganz Unrecht. Der Punkt ist nur, daß sie mit diesen „Hilfsmitteln“ diese beiden Tugenden nicht ersetzen können. Genausowenig, wie Sie ein Haus ohne Steine und Maurerarbeit bauen können, so wenig können Sie Ihren Traumkörper ohne Trainingsfleiß und passende Ernährung erschaffen. „Fertighäuser“ gibt es im Bodybuilding leider nicht.

In einem Internetforum habe ich einmal einen passenden Spruch gelesen, den Sie immer im Hinterkopf behalten sollten: „Wenn Du nicht trainierst, tut es ein anderer und steht Ihr Euch irgendwann gegenüber, wird er besser sein als Du!“

Ein phantastischer - wie ich finde - Erfolgstext mit sehr vielen Wahrheiten des Authors: Rabe Ralf
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